Netzwerktreffen Spiekeroog 2017

Noch finden wir Sand von Spiekeroog in unseren Schuhen -  unser alljährliches Netzwerktreffen fand vom 13. – 15. Oktober auf besagter Insel statt und hat uns nicht nur Sonnenbrand beschert.    

Bereits am Donnerstag reiste ein Teil des Watt°N-Teams an, um alles vorzubereiten, ordentlich aufgeregt zu sein (Wie hoch steht wohl das Wasser in der Leegde? Werden es alle Teilnehmer auf die Insel schaffen? Bekommen wir das Schlagzeug für die Band noch organisiert? Etc.) und den ersten Sonnenuntergang des Wochenendes zu bestaunen.

Der Freitag startete mit einem Achsenbruch des Techniktransportfahrzeugs und damit verbundenem Frühsport für das Team, bei dem kein T-Shirt trocken blieb. Apropos – schnell das Watt°N-Shirt übergeworfen und zum Hafen geradelt, denn es galt euch in Empfang zu nehmen. Unter großem Hallo und bei strahlendem Sonnenschein konnten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Unterkunft machen und uns dabei schon ein wenig austauschen. Bei der Anmeldung haben alle das diesjährige Watt°N-Teilnehmerbändchen erhalten und wir waren freudig überrascht auch noch letztjährige Bänder an einigen Handgelenken zu entdecken.

Am Nachmittag konnten wir das Nationalparkhaus Wittbülten besichtigen, an einer Führung teilnehmen und dabei unser Wissen über das Wattenmeer auffrischen. Nach dem Abendessen gab es wie immer die Möglichkeit Anekdoten auszutauschen und wir haben unter anderem gelernt, wie man einen Pottwal auseinandernimmt (zumindest in der Theorie). Auch das Watt°N-Team hatte einiges zu berichten über Aktionen und Projekte aus dem vergangenen Watt°N-Jahr, zum Beispiel über die Unterstützung der Brutvogelerfassung aktueller Freiwilligendienstleistender, die Mitarbeit bei der Kids Watt Academy in Tossens oder dem GEO-Tag der Natur auf Wangerooge. Abschließend konnten wir bei unserer stimmungsvollen Nachtwanderung etwas über die Insel Spiekeroog erfahren, einige historische Gegebenheiten sowie Sagen und Mythen zur Entstehung der Sterne oder gar der Nordsee lernen.

 

Frisch und munter sind wir in den Samstag gestartet, der ganz im Zeichen der Zugvogeltage stand. Watt°N hat dabei drei Veranstaltungen angeboten: Vogelkiek für Kinder und Familien, eine Ostplaten-Expedition und am Nachmittag einen Vogelkiek am Hafen. Nach einer Einführung in die Inselgeographie trennten sich die Wege der Ostplaten- und Familiengruppe. An der Wattkante konnten selbst die Kleinsten verschiedene Vogelarten entdecken und bestimmen. Darüber hinaus lernten sie Pflanzen der Salzwiese kennen. 

Im Osten der Insel erkundeten die 29 ornithologisch begeisterten Teilnehmer der Expeditionsgruppe in den großen Salzweisen und Dünenbereichen Flora und Fauna der Insel unter Mithilfe von 10 Watt°N-Mitgliedern. Für viele weitere Menschen war der Vogelkiek am Hafen eine Anlaufstelle am Nachmittag. Über 20 Watt°N-Mitglieder beobachteten die Wattkante und das Hafenbecken, um interessierten Besuchern die Vogelwelt näher zu bringen. Zudem wurden fleißig Arten für den Aviathlon gesammelt, der ein Vogelarten-Wettbewerb im Rahmen der Zugvogeltage zwischen den verschiedenen Küstenregionen ist.

Exklusiv für die Teilnehmer unseres Jahrestreffens gab Hans-Heiner Bergmann einen Federbestimmungskurs für Fortgeschrittene, bei dem unsere Kenntnisse über Gefieder, Mauser sowie Zug und Lebenszyklus von Küstenvögeln aufgefrischt und erweitert wurden. Einprägsam war unter anderem der Geruch von Rabenvogelfedern, die Bestimmung junger Gänse sowie das Federmemory, bei dem Federn den jeweiligen Positionen am Flügel zugeordnet wurden. 

Neben diesen eher ornithologisch geprägten Aktionen beteiligten sich während des gesamten Tages über 60 Watt°N-Mitglieder an einer großangelegten Müllsammelaktion. Unterstützt von Nationalpark-Ranger Lars Scheller und der freiwilligen Feuerwehr konnten im Verlauf des Tages über 80 Säcke Müll am Strand gesammelt werden, wobei von Kronkorken über Paletten bis zu Fischernetzen alles dabei war.

Nachmittags trafen wir uns erschöpft und zufrieden im Nationalparkhaus, um gemeinsam mit anderen Besuchern von Peter Südbeck einiges über den Vogelzug, das diesjährige Partnerland der Zugvogeltage Island, die Bedeutung der Wattenmeerregion für Zugvögel und die Arbeit unseres Netzwerkes zu erfahren.

Nach einer deftigen Linsensuppe galt es den bereits von der Technik bestückten Speisesaal für Musik und Tanz vorzubereiten. Weniger Tanzfreudige betätigten sich sportlich beim Tischfußball oder an der Tischtennisplatte, während die Band Cloud 6 mit ihrer Mischung aus Rhythm&Blues, Swing und Soul bei vielen heiteres Mitwippen oder gar Tanzbeinschwingen auslöste. 

 

Beim Seawatching am nächsten Morgen genossen einige Hartgesottene den Sonnenaufgang, die Stille am morgendlichen Strand und einige Beobachtungen. Nach dem sonntäglichen Frühstücksei nahmen wir in unserer allseits beliebten Umarmungsschnecke schon wieder Abschied, da vor allem weit angereiste Teilnehmer eine frühe Fähre zum Festland erwischen mussten.    

Bei strahlendem Sonnenschein konnten die später Abreisenden an einer Führung zum Thema Küstenschutz teilnehmen, einen ausgiebigen Strandspaziergang oder eine letzte Vogelbeobachtungsrunde unternehmen. Dann hieß es auch für den Rest der Gruppe „Ade“ und die Aufräumgruppe des Teams blieb am Anleger zurück, während die Fähre auf den Sonnenuntergang zusteuerte – so oder so ähnlich hat es tatsächlich ausgesehen durch unsere tränenverschleierten Augen und mit unseren hüpfenden Herzen, denn wir haben ziemlich viel erlebt und erreicht dieses Wochenende.

 

Das Treffen war nicht nur eine Gelegenheit mal wieder an die Küste zu kommen, wir haben viele Menschen mit unseren Aktionen erreicht, unsere Faszination für das Wattenmeer teilen können, alte Freunde getroffen und neue kennengelernt, Spiekeroog ein bisschen sauberer hinterlassen als wir es vorgefunden haben (das kann nun wirklich nicht jeder behaupten) und hoffen sehr, euch hat es genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr Freude bereitet als uns!

Wir möchten uns an dieser Stelle aus tiefstem Herzen bei allen bedanken, die dieses Treffen möglich gemacht haben: den Mitarbeitern des CVJM Hauses Quellerdünen, der Fähre Spiekeroog, der Kurverwaltung, der Freiwilligen Feuerwehr Spiekeroog, der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, der Band Cloud 6, unserem Technikteam, dem Wetter und natürlich den Teilnehmern unseres Jahrestreffens! Danke, dass ihr dabei wart, so zahlreich und vielleicht sogar beschwerlich angereist seid um dieses Wochenende gemeinsam zu verbringen und etwas zu tun für das Wattenmeer, das uns am Herzen liegt. Vielleicht sehen wir uns schon bald wieder, im Team, bei einer unserer Wattenmeer-Aktionen (siehe Neuigkeiten) oder beim nächsten Jahrestreffen 2018.

Falls wir den Ausdruck auf euren Gesichtern richtiger- oder fälschlicherweise als Freude und Zufriedenheit eingestuft haben, würden wir euch bitten, uns ein Feedback zu geben – was hat euch besonders gut gefallen/was nicht, was hat euch gefehlt/was wünscht ihr euch?

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